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Westafrika 2 Leipzig nach Nouakchott

Mir ist es nicht egal. Ich wünsche mir fast, etwas passiert und das Ganze muss abgeblasen werden. Kalte Füße.

Doch ich bin nun unterwegs.

Der Zug zum Flughafen ist pünktlich. Die Fahrt angenehm normal. Wir sind dermaßen pünktlich angekommen, dass der Zugbegleiter in bester und stärkster hessischer Dialekt sich für Enttäuschung unserer Erwartung entschuldigte. Danke für den Lacher 😀

Am Flughafen traf ich Hani. Hani ist mein bester Freund und wir kennen uns schon seit der fünften Klasse. Es war schön, dass ich meine Reise mit einem Wiedersehen verbinden konnte.

Ich war sehr gut vorbereitet. Als ich einchecken wollte, dürfte ich nicht. Ich habe kein Visum für Mauretanien. Ich gab an, dass ich ein Visum bei der Ankunft bekommen würde. So stand es auf der Webseite der Botschaft. Das stand auch in vielen Reiseberichte.

Es half allerdings nichts. Ich habe dann noch im Flughafen umständlich ein elektronisches Visum online beantragt. Sie wollten ein Foto und eine Reisepass-Kopie in genau vorbestimmten Pixel-Zahl, was umständlich zu bewerkstelligen war. Es hat mithilfe von Hani funktioniert (ich war blind vor Wut und hätte nichts auf die Reihe bekommen.). Eine halbe Stunde später gab es noch keine Antwort. Ich habe dann noch am Flughafen meinen Flug storniert (kostet 300 €).

Ich fuhr dann mit Hani nach Frankfurt. Oh Mann! Ich war so sauer und wütend. So eine Dummheit von mir. Ich las allerdings später auf der Webseite des auswärtigen Amtes, dass die Regel mit dem Visum erst seit dem 5. Januar in Kraft ist. Vorher, als ich mich auf die Reise vorbereitete, konnte man ein Visum bei Ankunft bekommen. Auf der mauretanischen Webseite ist die Information so oder so spärlich.

Ich schlief schlecht in der Nacht und war die ganze Zeit sauer. Sogar meine Uhr sagte mir um 21:00 Uhr, dass aufgrund des höheren Stresslevels meine Regeneration Zeit sich verzögerte. Immerhin was lustiges an diesem Abend.

Ich habe mich dann bei meinem Gastgeber in Nouakchott abgemeldet und mich entschuldigt. Es kam von ihm eine herzliche und tröstende Antwort.

Ich fing an, Pläne zu schmieden, doch nach Damaskus zu fliegen. Das wäre nur eine Alternative, die ich eigentlich nicht jetzt machen wollte.

Am nächsten Morgen war das Visum bewilligt. Krass, schnell. Das habe ich nicht erwartet und es war eine gute Überraschung. Etwas umständlich konnte ich davon sogar einen Ausdruck auf dem alten Drucker von Hani machen. Das sei am Flughafen notwendig. Ich rief sogar bei der senegalischen Botschaft an, um sicher zu sein, dass wirklich für Senegal kein Visum benötigt wird, denn ich wollte das Theater in der weiteren Reise nach Mauretanien nicht erneut haben. Dann habe ich direkt für den selben Nachmittag einen neuen Flug gebucht. 500 € teurer als der erste Flug. An den darauf folgenden Tagen war es nicht günstiger, und ich hätte es sowieso nicht hinbekommen, noch irgendwo im Limbus drei Tage zu warten.

Immerhin konnte ich mit Hani viel Zeit verbringen. Das ist doch was schönes an diesem Patzer. Nachmittags, auf dem Weg zum Flughafen haben wir bei einem syrischen Restaurant angehalten und lecker gegessen.

Im Flughafen hat alles reibungslos und super bequem funktioniert. Nun sitze ich am Gate und es sind nicht viele Leute, die mitfliegen. Nun fängt die Reise einen Tag später an.

Gute Nacht!

Ich bin gut angekommen. Am Flughafen stand ich erst mal in der falschen Schlange. Daher war ich einer der letzten, die den Flughafen verließen. Allerdings wurde ich von meinem Gastgeber abgeholt. Das war genial und machte es viel einfacher. Er war mit einem Kumpel von ihm am Flughafen und ich stieg in einen neuen, super tollen Mercedes ein.

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