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Westafrika 14 Labé

Die Unterkunft ist bequem. Eine Insel der europäischen Isolation, aber mit einer (halb)afrikanischen Leitung.

Die Stadt ist das krasse Gegenteil. Wie üblich, die Hauptstraßen asphaltiert, die Nebenstraßen nicht. Viele der Nebenstraßen sind auf Steilen Hängen. Die Stadt ist nämlich in bergischer Umgebung. Die Hänge sind vom Regen ausgespült. Es sind also Felsen. Klingt schön, könnte es werden, ist es aber (noch) nicht.

Tiefe, offene Kanalisation durchzieht die Stadt. Es ist offensichtlich, dass es hier ordentlich regnet. Ich meine, ich erzählte mal, dass alle großen Flüsse der Region (Senegal, Gambia, etc.) aus dieser Gegend stammen. Es muss ein hartes Regensaison hier geben.

Ziegen und Kühe und Hunde. Keine Eselkarren. Wahnsinnig viele Motorräder. Lästig viel. Bah. No Like. Markt sehr bedrängt. Wohngebiete sehr weiträumig.

Ich behaupte, viele (aber nicht alle) Menschen hier sehen anders als in den anderen bisherigen Ländern aus. Sie sind etwas zierlicher und haben nicht die typisch afrikanischen Gesichtszüge. Es sind eher Stupsnasen. Die Lippen nicht so groß und der Unterkiefer und der Mund sind nicht prominent. Das Gesichtsprofil ist eher senkrecht. Und ihre Hautfarbe ist heller als in Senegal, Gambia und Guinea Bissau.

Vielleicht liegt es daran, dass geographisch hier eine andere Gegend ist. Bisher war ich in der Ebene mit großen Flüssen, Sümpfen und Deltas. Hier in den Bergen gibt es nicht solche großen Flüssen. Auch nicht diese großzügigen Feldern. Es ist auch angeblich weniger heiß. Andererseits ist das Volk der Pular (oder ähnlich), was diese Gegend besiedelt, im neunten Jahrhundert von etwas nördlicheren Gegenden hierhergekommen (und hat die Urbevölkerung der Gegend vertrieben, Völkerwanderung auch hier). Ich bin gespannt, ob an der Küste Guinea auch so ein Unterschied gibt.

Es scheint auch, dass hier ein strengerer Islam herrscht. Frauen ohne Kopftuch sind selten. Ich sah viele Frauen mit Burka. Dafür sah ich auch Frauen, die Motorräder fahren. Später las ich, dass diese Gegend tatsächlich des „Herz das Islams“ in Westafrika. Mehrere Jahrhunderte, bis die Franzosen kamen, regierte hier autokratisch eine religiöse, islamische Regierung.

Das ist meine persönliche Beobachtung. Es kann sein, dass die nicht objektiv ist 😬

An einem Stand aß ich dann Reis mit Fischbrei. Nicht ganz mein Geschmack.

Abends Reis mit Fisch senegalischer Art. Besser. Es war aber nach dem sie zugemacht haben. Daher kalt. Ich bekam einen Stuhl und saß vor der Hütte mit meiner Schüssel auf dem Schoß und aß und schaute die Fußgänger und Motorräder an.

Ich legte mich früh ins Bett. Mir fehlte Schlaf. Doch laute Musik aus einer Party kam. Ich dachte, ich gehe und schau mir das an. Es war eine Schulparty. Das ganze Schulgebäude, mehrstöckig, voll mit Kindern, auch in den Gängen. Live Band und alle hatten richtig Spaß. Waw! Coole Schulparty. Ich hatte keinen Eintritt. Deswegen ging ich zurück, legte ich mich ins Bett, Ohropax, und schlief 10 Stunden am Stück. Wieder mit einer richtigen Decke.

Während ich am Morgen meinen leichten Durchfall fortsetzte und mich über das schlechte Internet (bisher war das Internet die ganze Zeit sehr gut) ärgerte, beglückte mich diese Spinne im Bad.

Labé ist nicht meine Welt 🤣. Ich ziehe weiter.

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